Home > Diamanten > Diamanten-Preise und Qualität > Clarity

Clarity

Die Diamanten-Reinheit: Einschlüsse unerwünscht

Die Reinheit eines Diamanten hat einen wesentlichen Einfluss auf seinen Wert. Je größer die Einschlüsse, desto geringer ist der Wert des Diamanten. Die Reinheit wird anhand der Art der Einschlüsse, insbesondere der Größe und Erkennbarkeit, Erscheinungsform und Natur, Lage der Einschlüsse sowie ihren Einfluss auf die Brillanz des Diamanten festgestellt. »Lupenreine« Diamanten sind besonders selten und wertvoll.

Diamanten werden in die Reinheitsgrade FL, IF, VVS1 und VVS2, VS1 und VS2, SI1 und SI2, SI3, I1, P1, I2, P2, I3 und P3 eingeteilt. Erst bei größeren Diamanten ab einer Größe von 0,47 ct ist eine Unterteilung in die höheren Reinheitsgrade VVS, VS und SI in Untergruppen wie VVS1 und VVS2 erlaubt. Während der höchste Reinheitsgrad in Europa als IF bezeichnet wird, heißt er in den den Vereinigten Staaten von Amerika FL.

FL Flawless Auch bei 10-facher Vergrößerung keine Einschlüsse erkennbar
IF Internally Flawless Lupenrein
VVS1 Very Very Small Inclusions Sehr, sehr kleine innere Einschlüsse, nur sehr schwierig zu erkennen
VVS2    
VS1 Very Small Inclusions Sehr kleine innere Einschlüsse, schwierig zu erkennen
VS2    
SI1 Small Inclusions Kleine Innere Einschlüsse
SI2    
I1 Imperfect 1 Einschlüsse, sofort zu erkennen
P1 1st Piqué Einschlüsse, sofort zu erkennen
I2 Imperfect 2 Größere und/oder zahlreiche Einschlüsse, sofort zu erkennen
P2 2nd Piqué Größere und/oder zahlreiche Einschlüsse, sofort zu erkennen
I3 Imperfect 3 Große oder zahlreiche Einschlüsse, sofort zu erkennen
P3 3rd Piqué

Große oder zahlreiche Einschlüsse, sofort zu erkennen

Bewertung der Einschlüsse

Zur genaueren Bestimmung der Einschlüsse ist eine 10-fache Vergrößerung erforderlich.Zoom Zur genaueren Bestimmung der Einschlüsse ist eine 10-fache Vergrößerung erforderlich.Foto: Fotolia

Einschlüsse, so genannte Inhomogenitäten, bildeten sich bei der Entstehung des Diamanten durch die unterschiedlichen Bedingungen im Erdinneren, wie z.B. Druck, Temperatur und Abkühlung. Anhand der Trübungen, Wolken, Spalt-, Bruch- und Spannungsrisse lassen sich Rückschlüsse auf die Entstehung und natürliche Herkunft ziehen, z.B. darauf, ob eingeschlossene Mineralien an der Entstehung beteiligt waren.

Grundsätzlich unterscheidet man präexistente Einschlüsse, die bereits vor dem Kristallisationsprozess existierten und vom Diamanten umschlossen wurden, syngenetische Einschlüsse, die bei der Bildung des Diamanten entstanden sowie epigenetische Einschlüsse, wie z. B. Spannungsrisse, die sich infolge von Temperatur- und Druckschwankungen oder ungleichmäßigen Abkühlungsprozessen nachträglich entwickelten.

Mehr zur Klassifizierung von Einschlüssen

Spaltrisse verlaufen geradlinig und parallel zu den vier Oktaederflächen des Diamanten. Feine Streifen in der Rissebene sind ebenso typisch für Spaltrisse wie Fransen oder Reibrisse entlang der Rundiste, die durch eine unsachgemäße Bearbeitung entstehen können.

Bruchrisse gehen häufig aus Spaltrissen hervor und breiten sich durch mechanischen Druck von dort aus. Sie verlaufen eher unregelmäßig in alle Richtungen, also nicht unbedingt parallel zur Spaltrichtung. Wie die Spaltrisse auch, treten Bruchrisse im Inneren des Diamanten auf, oft ausgehend von der Oberfläche.

Federn verlaufen senkrecht zur Rissebene und wirken tatsächlich wie kleine Federn, wobei auch Schlagfiguren an den Kanten der Facetten des Diamanten als Federn oder Gletz bezeichnet werden.

Spannungsrisse rühren von einem bei Entstehung des Diamanten eingeschlossenen Kristall und ergeben durch thermische Ausdehnung oft ein strahlenförmiges Bild rund um den Diamanten.

Kristalleinschlüsse sind eingeschlossene Mineralien, die als kleine Farbpunkte oder auch als deutlich erkennbare Kristalle in Rot, Braun, Gelb, Grün oder Schwarz in Diamanten vorkommen.

Wolken sind meist mikroskopisch kleine kristalline Eintrübungen, die die Reinheit kaum negativ beeinträchtigen. Kommen sie jedoch als größere oder kompaktere Einschlüsse vor, beeinträchtigen Sie die Brillanz und führen zu einer Abwertung.

Hohlräume dringen von der Außenseite in das Diamanteninnere ein und zeigen sich als Bruchstellen, Kerben oder Einschlusslöcher in der Oberfläche, die oft auch beim Schleifen entstehen.

Schlagstellen erscheinen meist als weiße Flecken an der Steinoberfläche und dringen selten in das Diamanteninnere vor. Wenn doch, beeinträchtigen Sie die Reinheit.

Zwillingsebenen sind die aneinander gewachsenen Flächen von Zwillingskristallen, die spiegelbildlich aufeinander treffen, den Reinheitsgrad deutlich beeinflussen und häufig durch eine bräunliche oder gelbliche Färbung auffallen.

Zwillingslinien sind ebenfalls Spuren zweier zusammengewachsener Zwillingskristalle, die als unauffällige, meist gerade und regelmäßige Linien an der Facettenoberfläche kaum Einfluss auf den Reinheitsgrad haben.

Wachstumsebenen entstehen als fein gezackte Linien oder auffällige Figuren auf der Steinoberfläche infolge von Temperatur- oder Druckschwankungen bei der Entstehung und können so deutlich ausfallen, dass sie beim Schleifen oder Polieren nicht entfernt werden können.

Wachstumslinien verlaufen wie eine unregelmäßige Nahtstelle an der Diamantenoberfläche. Da sie meist nur in reflektierendem Licht auffallen, nehmen sie in der Regel kaum Einfluss auf den Reinheitsgrad von Diamanten.

Naturals sind natürliche Kristallflächen, die oft bei weniger wertvollen Diamanten der Stufe SI oder niedriger erhalten werden, um das Gewicht durch den Schliff nicht zu reduzieren. Sie kommen als kleine Flächen auf der Rundiste vor oder breiten sich über 1–2 Facetten manchmal sogar bis in das Diamanteninnere aus.

Bruchstellen entstehen meist als oberflächliche Beschädigung, wenn der Diamant gefasst wird. Mit ihrem typischen stufenförmigen Erscheinungsbild findet man sie bei Diamanten niederer Qualität ab der Qualität SI.

Kerben sind typische, keilförmige Beschädigungen der Rundiste, die meist ebenfalls bei der Verarbeitung der Diamanten entstehen.