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Hearts & Arrows Brillantschliff

Cut

Der Diamanten-Schliff: Eine hohe Kunst

Durch den Schliff gilt es, Brillanz und Feuer eines Diamanten optimal auszubalancieren. Die Brillanz bezeichnet die Gesamtmenge des weißen Lichts, die im Inneren des Diamanten reflektiert wird. Unter Feuer hingegen versteht man den Farbeindruck im Auge des Betrachters, wenn sich das weiße Licht bedingt durch den Diamantenschliff in seine Spektralfarben zerlegt.

Gute Diamantenschleifer sind wahre Meister ihrer Kunst, die ihr Handwerk über lange Jahre hinweg beständig perfektionieren. Perfekt geschliffene Steine bewegen sich automatisch in einer höheren Preiskategorie, unabhängig von anderen Merkmalen, wie Einschlüssen oder der Farbe. Ist ein Diamant einmal geschliffen, wird er in der Regel nicht mehr verändert.

Rohdiamanten wirken zunächst unauffällig, wie von einem gelblichen, braunen oder grauen Schleier überzogen. Nur Spezialisten können aus der äußeren Beschaffenheit Rückschlüsse auf die »inneren Werte« ziehen. Große, wertvolle Rohdiamanten werden von den Experten oft wochenlang bis ins kleinste Detail untersucht, bis man sie schließlich, meist entlang feiner innerer Linien, in mehrere Teile spaltet und zu vollendeter Form bringt.

Das Spiel von Feuer und Brillanz

Bei gut proportionierten Diamantenschliffen sind Anzahl, Größe und Symmetrie der Facetten sowie die Anordnung der Winkel und Proportionen optimal ausbalanciert. Erst wenn alle Details stimmen – das Verhältnis der Facetten zur Rundiste, das Verhältnis von Ober- zu Unterteil sowie die Tafelgröße im Verhältnis zur Höhe des Oberteils – ist eine Totalreflexion möglich und das Licht wird vollständig zwischen den Facetten reflektiert.

Beim Austritt durch die Tafel zerlegt sich das Licht schließlich in seine Spektralfarben. Durch diese so genannte Dispersion können sich Feuer und Brillanz des Diamanten voll entfalten. Sind Diamanten zu spitz oder zu flach geschliffen, geht das Licht verloren, noch ehe es reflektiert werden kann.

Als Faustregel gilt: Kleine Tafeln steigern das Feuer, große die Brillanz.

Der Brillantschliff

Es gibt verschiedene Arten von Schliffen, wobei der häufigste Schliff der klassische, achtsymmetrische, runde Brillant-Schliff ist, da er Brillanz, Farbharmonie, Lichtbrechung, Totalreflexion, Farbzerstreuung und Bewegungsbrillanz am Besten vereint.

Der klassische Brillantschliff

Der Brillant besitzt 32 Facetten im Oberteil rund um die Tafel und 24 Facetten im Unterteil. Wenn ein Diamant über mehr als 58 Facetten verfügt, handelt es sich um eine Brillant-Variation. Variationen gibt es jedoch nicht nur hinsichtlich der Anzahl der Facetten, sondern auch hinsichtlich der Proportionen.

Zeichnung - Die Facetten des Brilliantschliffs

Hearts & Arrows: Der perfekte Brillant-Schliff

Der Hearts & Arrows-Schliff ist ein Brillantschliff mit 57 Facetten. Während des Schleifens werden Hearts & Arrows Diamanten mit einer überlegenen optischen Symmetrie ausgestattet. Das spezielle Facettenmuster zeigt sich dem Betrachter unter einer Hearts & Arrows-Lupe als Herzen und Pfeile. Da erst die absolute Perfektion des Schliffs das Hearts & Arrows-Muster hervor bringt, sind Hearts & Arrows-Diamanten durchweg als Ideal/Exzellent einzustufen.

Wie in dieser vereinfachten Darstellung erkennt man unter der Hearts & Arrows Lupe von der Oberseite aus betrachtet Pfeile, von unten aus Herzen.Zoom Wie in dieser vereinfachten Darstellung erkennt man unter der Hearts & Arrows Lupe von der Oberseite aus betrachtet Pfeile, von unten aus Herzen.Foto: Digger’s Durch ihre unübertroffe Perfektion zählen Hearts & Arrows-Diamanten zu den schönsten Diamanten der Welt. Ihr Geheimnis ist die nahezu elektrisierende Brillanz, die durch den besonderen Schliff zustande kommt.

Symmetrie mit Symbolwert

Stehen alle schliffrelevanten Faktoren in einem harmonischen Verhältnis, erkennt man von oben, rund um die Tafel, ein Muster aus acht symmetrischen Pfeilen sowie von unten, aus Richtung der Kalette zur Tafel blickend, acht symmetrische Herzen.

Selbstverständlich entfalten Hearts & Arrows-Diamanten ihren Charme nicht erst unter der Lupe: Benötigt man nämlich üblicherweise helles, weißes Tageslicht zur Beurteilung der Brillanz, verzaubern Hearts & Arrows-Diamanten bei jedem Licht, ob weiß oder farbig: Selbst unter schlechteren Lichtverhältnissen, wie etwa bei einem Abendessen im Kerzenschein, zeigen sie ihr unübertroffenes Funkeln, ihre außerordentliche Brillanz und ihr Feuer.

Hearts & Arrows-Diamanten erscheinen dem Betrachter darüber hinaus etwas größer und weißer als herkömmliche Brillanten mit sehr guten Schliffbeurteilungen.

Hearts & Arrows-Diamanten und der »D-Brillantschliff«

Der »D-Brillantschliff« von Alexander Dayekh, Antwerpen, ist eine Weiterentwicklung von Hearts & Arrows-Diamanten. Der Unterschied zwischen Hearts & Arrows-Diamanten und dem »D-Brillantschliff« liegt darin, dass die Herzen und Pfeile gemeinsam sichtbar sind, wenn man den Brillanten von oben aus Richtung der Tafel unter der Heart & Arrows Lupe betrachtet. Zusätzlich ist ein Lotusblumen-Muster zwischen den Herzen und Pfeilen eingebettet.

Brillant-Variationen mit abweichenden Proportionen

Die verschiedenen Brillantschliffe gelten als mehr oder weniger ideal. In Deutschland ist der Tolkowsky-Brillantschliff der Standardschliff. Die übrigen Brillantschliffe verfügen jeweils über leicht unterschiedliche Proportionen.

Der Tolkowsky-Brillant nach Marcel Tolkowsky, Antwerpen 1919, gilt aufgrund seiner hervorragenden Billanz in den USA als idealer Schliff und wird daher auch Ideal American Cut genannt. Er liegt auch der Graduierung bei der GIA zugrunde.

Oberteilhöhe: 16,2 %
Unterteilhöhe: 43,1 %
Tafel: 53,0 %
Verhältnis der Oberteilhöhe zur Unterteilhöhe: 1:2,6

Der Ideal-Brillant nach Johnson und Roesch von 1926 ermöglicht keine besondere Brillanz, da das Licht hier senkrecht einfallen muss, um einen Effekt zu erzeugen.

Oberteilhöhe: 19,2%
Unterteilhöhe: 40,0%
Tafel: 56,1%
Verhältnis der Oberteilhöhe zur Unterteilhöhe: 1:2,0

Der Feinschliff der Praxis Eppler von 1939 gilt in Deutschland als Standardschliff für die Beurteilung von Proportionen und weicht nur unwesentlich vom Tolkowsky-Schliff ab.

Oberteilhöhe: 14,4%
Unterteilhöhe: 43,2%
Tafel: 56,0%
Verhältnis der Oberteilhöhe zur Unterteilhöhe: 1:3,0

Der Skandinavische Standard-Brillant nach Tillander von 1969 ist ein anhand von vielen Werten rechnerisch ermittelter Normdiamant.

Oberteilhöhe: 14,6%
Unterteilhöhe: 43,1%
Tafel: 57,5%
Verhältnis der Oberteilhöhe zur Unterteilhöhe: 1:2,95

Der Eulitz-Brillant von 1972 verwirklicht ebenfalls ein auf rechnerischer Grundlage ermitteltes Optimum der »optimalen Brillanz des Brillanten«, durch die eine maximale Lichtausbeute und infolgedessen eine Totalreflexion erreicht wird.

Oberteilhöhe : 14,45%
Unterteilhöhe: 43,15%
Tafel: 56,6%
Verhältnis der Oberteilhöhe zur Unterteilhöhe: 1:2,95

Da die von Eulitz berechneten Werte denen des Feinschliffs von Eppler sehr nahe kommen, wurde der Beweis erbracht, dass der Feinschliff die optimale Schliffart des Diamanten ist.

Die Bewertung der Schliffgüte

Der Schliff wird anhand seiner Auswirkung auf die Brillanz in verschiedene Güteklassen, die sogenannten Schliffgraduierungen, eingestuft: In die Beurteilung der Schliffqualität »exzellent«, »sehr gut«, »gut«, »mittel« oder »gering« fließt die Brillanzgüte und das Erscheinungsbild ein.

Die Schliffgraduierung

Bei der Schliffgraduierung werden Schliffformen, Flächen, Winkel und Geraden eines Diamanten genauestens geprüft, da sie sich direkt oder indirekt auf die Brillanz auswirken können. Die für die Schliffgraduierung relevanten Faktoren sind die Proportionen, die Politur und die Symmetrie, und zwar genau in dieser Reihenfolge entsprechend der Priorität, die ihnen beigemessen wird.

Diamanten bis zu 0,47 Karat werden zur Beurteilung der Schliffgraduierungen lediglich visuell begutachtet. Für alle anderen Diamanten wird die Brillanzwirkung international wie folgt eingestuft:

Exzellent (Excellent) Exzellente Brillanz
Sehr Gut (Very Good) Hervorragende Brillanz, keine oder nur wenige schwer erkennbare, äußere und/oder Symmmetriemerkmale, sehr feine bis feine Rundiste
Gut (Good) Gute Brillanz, einige wenige kleine, äußere Merkmale, wenige nicht zu schwer erkennbare Symmetriemerkmale, feine bis mittlere Rundiste
Mittel (Medium) Verminderte Brillanz, mehrere äußere Merkmale, mehrere und leicht erkennbare Symmetriemerkmale, mittlere bis starke Rundiste.
Gering (Poor) Deutlich geminderte Brillanz, zahlreiche äußere Merkmale, deutlich erkennbare, zahlreiche Symmetriemerkmale, starke bis sehr starke Rundiste.

Optimale Gesamtproportionen wirken sich positiv auf die Brillanz aus

Da die Brillanz von den Proportionen des Diamanten abhängt, fließen zahlreiche Abmessungen in die Bewertung ein:

  • Maße (Measurements)
  • Tafelgröße und -durchmesser (Table)
  • Oberteilhöhe (Crown Height)
  • Unterteilhöhe (Pavilon Depth)
  • Gesamthöhe (Total Depth)
  • Rundistendurchmesser (Girdle)
  • Winkel der Oberteilfacetten zur Rundistenebene (Crown Angel)
  • Winkel der Unterteilfacetten zur Rundistenebene (Pavilon Angel)
  • Kalette (Cutlet)

Dabei wird der Durchmesser eines Diamanten gleich 100 Prozent gesetzt, alle anderen Abmessungen wie die Gesamthöhe oder die Ober- bzw. die Unterteilhöhe werden dazu in Beziehung gesetzt.

Die Rundiste zeigt die Kunstfertigkeit des Schleifers und sollte mit bloßem Auge allenfalls als feine Linie erkennbar sein. Je breiter sie ausfällt, desto mehr Licht geht verloren. Die Rundistenstärke wird bei 10-facher Vergrößerung an den starken Seiten gemessen und als »messerscharf«, »sehr fein«, »fein«, »stark« und »sehr stark« eingestuft. Die Stärke der Rundiste eines Halbkaräters gilt bis zu einer Dicke von 3% noch als fein. Rundisten sollten ganz oder teilweise messerscharf sein, rundherum gleich stark, parallel zu Tafel und nicht wellig verlaufen.

Die verschiedenen Arten der Brillanz

  • Außenbrillanz nennt man den Glanz von Edelsteinen, der durch die Reflexion an der Oberfläche zustande kommt und bei Diamanten auch »Adamantin« genannt wird. Je größer der Einfallswinkel, desto intensiver der Glanz.
  • Innenbrillanz ist die Lichtbrechung im dichten Medium, im Idealfall die Totalreflexion des Lichtes an der Innenseite der Unterteilfacetten ohne Lichtverlust.
  • Streubrillanz bezeichnet die Dispersion, die Zerlegung des weißen Lichts in die Spektralfarben, die das Feuer des Diamanten hervorruft. Man trägt dem Wunsch nach hoher Dispersion bei modernen Brillanten heute durch eine große Tafel und einen großen Oberteilwinkel Rechnung.
  • Bewegungsbrillanz, auch Szintillationsbrillanz genannt, nennt man die Lichtreflexe bei Bewegung des Diamanten oder einem veränderten Lichteinfall in Abhängigkeit von Symmetrie, Zahl und Größe der Facetten sowie der Qualität der Politur.

Symmetriefehler können zu einer Abwertung des Diamanten führen

Natürlich fließen auch Symmetriefehler und sonstige Symmetriemerkmale in die Beurteilung des Schliffs ein. Als negativ gelten eine geneigte oder exzentrische Tafel oder Kalette mit einer Verschiebung von über 2%, Kantenverschiebungen der Oberteil- oder Unterteilfacetten sowie Abweichungen von der Kreisform.

Auch Form und Beschaffenheit der Kalette wirken sich auf die Brillanz und damit die Bewertung der Schliffqualität aus, da durch eine falsche Kalettengröße Licht verloren gehen kann.

Spitze Keine Kalette ersichtlich
Sehr kleine Kalette Kalette schwer erkennbar bei 10-facher Vergrößerung
Kleine Kalette Kalette bei 10-facher Vergrößerung erkennbar
Mittlere Kalette Kalette bei 10-facher Vergrößerung leicht erkennbar, nicht jedoch mit bloßem Auge
Große Kalette Mit bloßem Auge erkennbar
Sehr große Kalette Mit bloßem Auge leicht erkennbar

Bei der Graduierung wird auch die Politur beurteilt

Äußere Merkmale, insbesondere Beschädigungen vom Schleifen oder Polieren, können ebenfalls Einfluss auf die Graduierung nehmen, z.B. Kratzer, Schlagfiguren, äußere Reibrisse, Polierstreifen, abgestoßene Facettenkanten, Kerben oder Ausbrüche, gebrannte Stellen, gelaserte Stellen, Extrafacetten, Naturals.

Sonstige Schliff-Formen

Neben dem Brillantschliff (Full Cut) gibt es weitere, seltenere Schliffe wie den Smaragdschliff (Emerald Cut), den Tropfenschliff (Pear Shape), den Navettensschliff (Marquise) sowie den Herzschliff (Heart Shape). Für welchen Schliff sich ein Diamantschleifer entscheidet, hängt unter anderem von der Rohform des Steins ab. Weiterhin unterliegen seltenere Schliffe gewissen Modeerscheinungen.

Der Brillantschliff hingegen ist nicht nur zeitlos schön, er bringt vor allem Feuer und Brillanz optimal in Einklang. Als Anlagediamanten sollten stets Brillanten gewählt werden, da sie sich einer kontinuierlichen Nachfrage erfreuen.

Verschiedene Schliffformen von Diamanten