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Peridot im Steinhalter

Peridot

Kleopatras Erbe – das grüne Gold der Antike

Seit über 3.500 Jahren wird der Peridot abgebaut, wobei die erste bekannte und heute längst erschöpfte Mine sich in einem erloschen Vulkan auf der ägyptischen Insel Zebirget befand, dem heutigen St. Johannes. Noch heute werden in Ägypten beträchtliche Vorkommen abgebaut. Bereits Kleopatra, † 30 v. Chr., soll den grünen Edelstein zu ihrem Lieblingsstein auserkoren haben. Fortan begleitet uns der Peridot unter den verschiedensten Bezeichnungen durch die Geschichte.

In der Bibel wurde der Peridot als einer der zwölf apokalyptischen Steine auf den Mauern Jerusalems erwähnt, allerdings unter dem Namen Chrysolith, abgeleitet vom griechischen »chrysos« (Gold) und »lithos« (Stein). Vor dem Hintergrund der biblischen Geschichtsschreibung scheint es nicht verwunderlich, dass drei außergewöhnliche Peridot-Exemplare von je rund zwei- bis dreihundert Karat den Schrein der heiligen drei Könige im Domschatz des Kölner Doms zieren.

Nachdem der Peridot mit seiner olivgrünen Farbe im Barock ein regelrechtes Comeback erlebte, benannten ihn Mineralogen um die Jahrhundertwende des 18. Jahrhunderts in »Olivin« um, abgeleitet aus dem Lateinischen für »oliva« – olivgrün. Durchgesetzt hat sich dieser Begriff jedoch nicht. Noch heute ist die gebräuchlichste Bezeichnung »Peridot«, wobei die etymologische Herkunft dieses Namens vermutlich auf das griechische Wort für Fülle »peridona« zurückgeht.

Früher bezeichnete man Peridots auch als Olivine.Zoom Früher bezeichnete man Peridots auch als Olivine.Foto: Digger‘s

Verschiedenste Grüntöne

Die Farbpalette des Peridot umfasst eine Reihe unterschiedlicher Grün- und Olivtöne, mal mehr ins gelbliche, mal mehr ins bräunliche gehend. Aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung kommt der Peridot jedoch ausschließlich in Grün vor, und nicht wie viele andere Edelsteine in verschiedenen Farben. Dabei bestimmt insbesondere der Gehalt an Eisen den Grünton des Peridot.

Einschlüsse mindern nicht den Wert eines Peridots.Zoom Einschlüsse mindern nicht den Wert eines Peridots.Foto: Digger‘s

Einschlüsse als persönlicher Fingerabdrucke

Einschlüsse gelten beim Peridot weniger als Mangel, denn als eindeutiges Erkennungsmerkmal, belegen sie doch die Echtheit der Edelsteine und sind unverwechselbare Zeugen der einzigartigen Entstehungsgeschichte eines jeden Unikats.

Peridots sind bruchempfindlich und ihre Farbe kann durch Tageslicht angegriffen werden.Zoom Peridots sind bruchempfindlich und ihre Farbe kann durch Tageslicht angegriffen werden.Foto: Parent Géry

Charakteristisch: Die empfindliche Kristallstruktur

Auf der Mohnsschen Skala weist der Peridot eine Mohshärte von 6½ bis 7 auf und ist damit kaum härter als Quarz. Die Dichte dieses Edelsteins liegt zwischen 3,27 g/cm³ und 3,43 g/cm³. Charakteristisch für den Peridot ist die Doppelbrechung des Lichts, durch die der einfallende Lichtstrahl in zwei parallele Strahlen aufgeteilt wird und die Facetten doppelt erscheinen. Das Kristallsystem des Peridot ist orthorhombisch. Der Peridot ist gut spaltbar und sein Bruch muschelig.

Peridots kommen gelegentlich in relativ großen Kristallen von bis zu 100 Gramm vor. Durch die geringe Härte lassen sie sich zwar leicht polieren, sind jedoch auch entsprechend empfindlich an den Kanten und sollten daher nur für ausgewählte Schmuckstücke eingesetzt werden. Peridots sind darüber hinaus nicht säureresistent und können durch übermäßigen oder dauerhaften Lichteinfall ausbleichen.

Peridotkristalle kommen auch in Meteoritengestein vor.Zoom Peridotkristalle kommen auch in Meteoritengestein vor.Foto: Doug Bowman

Vulkangeborene Kostbarkeiten

Peridot entsteht in dolomitreichem Kalkstein und findet sich in vulkanischen Gebirgsmassiven. Olivinsande entstehen aus erodierter Basaltlava.

Doch nicht jeder Peridot, der auf der Erde gefunden wird, stammt tatsächlich auch von diesem Planeten, denn neben seinen irdischen Verwandten kommt der Peridot gelegentlich auf Meteoriten vor. Peridots kosmischen Ursprungs von bis zu einem Karat wurden bereits gefunden und gelten als besondere Rarität. Sie zählen zu den Stein-Eisen-Meteoriten, bei der die Olivinkristalle in einer Eisen-Nickel-Umgebung enthalten sind.

Olivinsande bedecken auf Hawai ganze Strände.Zoom Olivinsande bedecken auf Hawai ganze Strände.Foto: Lauren Bacon

Gesucht und gefunden – in allen Erdteilen

Heute wird der Peridot in vielen Ländern der Erde abgebaut, darunter in Afghanistan, Ägypten, Australien, Brasilien, China, Myanmar, Pakistan, Sri Lanka, Südafrika, Tansania und in den USA. Auch in Meteoritengestein werden gelegentlich Peridots gefunden.

Wer den Peridot so sehr liebt, dass er darin baden möchte, dem sei der Strand Oahu in der Nähe von Honolulu empfohlen, der vollständig aus Olivinsand besteht. Doch warum in die Ferne schweifen: In der deutschen Vulkaneifel finden sich reichlich sogenannte Olivinbomben, die allerdings nur selten brauchbare Kristalle enthalten. 1992 fand man jedoch in der Vulkaneifel einen Peridot von immerhin 6,33 Karat.

Der 310 ct große Peridot im Smithonian National Museum ist das bislang größte gefundene Exemplar.Zoom Der 310 ct große Peridot im Smithonian National Museum ist das bislang größte gefundene Exemplar.Foto: Carl Malamud

Besondere Peridots

Der bislang größte auf der Erde gefundene Peridot von 310 Karat befindet sich, neben einer beeindruckenden Sammlung verschiedener »Schwergewichte« und Seltenheiten, im Smithonian National Museum Washington. Historisch bedeutsame Kostbarkeiten bergen neben dem bereits erwähnten Kölner Domschatz auch die Münchner Residenz und der Moskauer Kreml.

Besonders selten und wertvoll sind verschiedene Arten des Stern-Peridot, die, je nach Schliff, sternförmige Muster bilden und das Peridot Katzenauge, das mit seinen eingelagerten Nadeln ein irisierendes Erscheinungsbild aufweist.