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Rubin im Steinhalter

Rubin

Der Edelstein der Kaiser und Könige

Der Rubin ist ein sehr seltener Edelstein, viel seltener als der Diamant und daher auch sehr hochpreisig. Der Name Rubin leitet sich von dem lateinischen Wort »rubens« ab, was mit »rot« übersetzt werden kann.

Die blutrote Farbe dieses faszinierenden Edelsteins bezaubert die Menschen seit tausenden von Jahren. So wurden bereits in der Bronzezeit Rubine in Birma abgebaut. In der Bibel werden dem Rubin im Kapitel Exodus geheimnisvolle Kräfte zugeschrieben. Als einer jener Edelsteine, die einem Stamm Israels, in diesem Fall dem königlichen Stamm Juda zugeordnet sind, steht er für Christus und das Wort Gottes.

Das königliche, ja sogar kaiserliche Image des Rubins blieb über Jahrhunderte bis heute erhalten. Über zahlreiche Länder und Kontinente hinweg setzte man Rubine in vielen Kronjuwelen ein. An dieser Stelle können daher nur einige Beispiele genannt werden:

In der Edwardskrone, der ältesten britischen Krone von 1066 wurden neben Smaragden, Saphiren und Diamanten an zentraler Position auch Rubine verwendet. Große britische Herrscher, darunter Richard Löwenherz im Jahr 1189, wurden mit dieser Krone gekrönt, die heute neben den übrigen Kronjuwelen im Tower of London ruht. Ein facettierter Rubin von 250 Karat ziert die böhmische St. Wenzelskrone von 1347. Als österreichische Kaiserkrone wurde die Rudolfskrone von 1604 eingesetzt, auf der oberhalb der Stirn ein zentraler großer Rubin, vermutlich als Symbol für das Feuer des Heiligen Geistes und damit für kaiserliche Weisheit prangt.

Häufig fallen bei Rubinen pleochroistische Farbeffekte auf, wie bei diesem südafrikanischen Fünfkaräter mit Rot und Pink.Zoom Häufig fallen bei Rubinen pleochroistische Farbeffekte auf, wie bei diesem südafrikanischen Fünfkaräter mit Rot und Pink.Foto: Digger‘s

Das begehrte »Rubinrot« uns seine Nuancen

Rubine sind pleochroistisch. Daher überwiegt zwar die Farbe rot, jedoch sind Rubine nicht zu 100 Prozent rot, sondern weisen zusätzlich noch bis zu drei Farben auf. Oft zeigt sich ein Stich in Lilaviolette, ins Pinkfarbene oder sogar ins Orangefarbene.

Die verschiedenen Rottöne des Rubins sind auf geringe Spuren von Chrom zurückzuführen, welches aufgrund seiner geringen Menge nur spektrographisch festgestellt werden kann. Bräunliche Farbtöne werden durch zusätzlich eingelagerte Eisen-Bestandteile hervorgerufen.

Hinsichtlich der Farbgebung sind vor allem persönliche Vorlieben ausschlaggebend, wobei Rubine in einem tiefen Dunkelrot auf dem Edelsteinmarkt stets bevorzugt werden. Denn für die meisten Edelsteine gilt: Je dunkler und intensiver die Farbtönung, desto wertvoller.

Der Wert eines Rubins wird durch Einschlüsse keineswegs geschmälert.Zoom Der Wert eines Rubins wird durch Einschlüsse keineswegs geschmälert.Foto: Géry Parent

Je größer der Rubin, desto größer etwaige Einschlüsse

Einschlüsse bei Rubinen sind akzeptabel. Da es sich bei Rubinen um den Edelsteintyp II handelt, wachsen kleine Einschlüsse bei der Entstehung von Natur aus mit, was den Wert des Rubins jedoch keineswegs schmälert. Vielmehr werden solche Einschlüsse bei Rubinen als Erkennungsmerkmal eingestuft, dass es sich um einen echten »Erdling« handelt, und nicht um einen laborgeborenen Rubin.

Augenreine Rubine ab einer gewissen Karatgröße sind sehr selten und dementsprechend teuer. Rubine ab zwei Karat sind kostbare Naturschätze.

Rubine treten häufig gemeinsam mit Granaten und anderen Edelsteinen auf.Zoom Rubine treten häufig gemeinsam mit Granaten und anderen Edelsteinen auf.Foto: Géry Parent

Seltener als ein Diamant – und beinahe so unvergänglich

Auf der Mohsschen Skala weist der Rubin, wie alle Korunde, den Härtegrad 9 auf. Diese wird nur übertroffen vom Moissanit mit einer Härte von 9½ und dem Diamanten mit einem Härtegrad von 10. Die Dichte diese Edelsteins liegt bei 4 g/cm³, und seine Lichtbrechung bei 1,76-1,78. Sein Kristallsystem ist trigonal und sein Bruch splittrig und muschlig.

Der Rubin ist nicht optimal spaltbar, lediglich schwache Linien ermöglichen eine leichtere Teilbarkeit.

Das wunderschöne Rubinrot erinnert an den erkaltenden Lavafluss, aus dem Rubine vor Jahrmillionen entstanden.Zoom Das wunderschöne Rubinrot erinnert an den erkaltenden Lavafluss, aus dem Rubine vor Jahrmillionen entstanden.Foto: Morguefile Stock

Steinerne Abbilder ihres magmatischen Ursprungs

Edelsteine wie Rubine oder Saphire kommen in Erstarrungsgesteinen und in metamorphen Gesteinen vor. Erstarrungsgestein oder Magmatit nennt man das aus glühendflüssigem Schmelzfluss durch Erkalten entstandene Gestein, welches durch enormen Druck aus dem Erdmantel durch die Erdkruste an die Oberfläche gelangt.

Nach Verwitterungs- und Erosionsprozessen reichern sich Rubine meist in Sand- und Flusskiesen an. Aus solchen Lagerstätten, wie zum Beispiel in Ratnapura in Sri Lanka, werden seit Tausenden von Jahren Rubine gewonnen. Die Schönheit der Edelsteine wird die Menschen wohl immer faszinieren, kommen sie doch aus unvorstellbar heißer Tiefe nach Jahrtausenden, ja sogar nach Jahrmillionen an die Oberfläche.

Gletscherfluss nahe der Fundstätte Hunza, PakistanZoom Gletscherfluss nahe der Fundstätte Hunza, PakistanFoto: Maria Ly

Nur wenige Rubinminen fördern Premiumqualität

Rubine in vollkommener Edelsteinqualität sind sehr selten. Die hochwertigsten Rubine kommen aus dem Bezirk Mogok in Burma. Nur diese Lagerstätte besitzt das unvergleichliche und begehrte Rubinrot, welches man auch als »taubenblutrot« bezeichnet. Die Fundstätte Hunza in Pakistan kann hinsichtlich einer solchen allerfeinsten Qualität mit Burma konkurrieren, allerdings wird der »blutrote Götterfunke« hier nur sehr selten gefunden.

Der zweitwichtigste Lieferant von Rubinen nach Burma ist Thailand. Dort findet man den König der Edelsteine nur wenige Meter tief in der Erde im Basaltschotter. Die Rubine werden hier durch uralte und schon längst erloschene Vulkane in Richtung Erdoberfläche transportiert. Die Farben dieser Thai-Rubine reichen von Dunkelrot, über Violettrot bis ins Braunrote.

Rubine aus Vietnam weisen ein bezauberndes Rose-Pink auf. Steine aus Tansania sind leuchtend rot und undurchsichtig. Auf Ceylon findet man sehr seltene, hell-himbeerfarbene Rubine, auffallend rote hingegen in Afghanistan. Wunderschöne Rubine von hell- bis himbeerroter Farbe kommen aus Kambodscha, speziell aus Pailin. In Madagaskar, Kambodscha und in den USA werden nur sehr wenige edelsteinfähige Rubine gefunden. Die Rubine aus USA, Russland, Australien und Norwegen sind sehr dunkel, manchmal opak.

»Rosser Reeves Star Ruby«, eines der Highlights des weltbekannten Smithsonian National Museum in Washington.Zoom »Rosser Reeves Star Ruby«, eines der Highlights des weltbekannten Smithsonian National Museum in Washington.Foto: Andrew Bossi

Geschichtsträchtige Schwergewichte

»Rosser Reeves Ruby«, ein Sternrubin von der Größe einer Walnuss, bringt sensationelle 138 ct auf die Waage. Der 100 karätige »Delong Rubin« wurde einst das Opfer eines Raubes und konnte nur gegen hohes Lösegeld zurückgewonnen werden. 1918 wurde in Myanmar ein 41-karätiger Rubin gefunden und »Peace Ruby« getauft.

Unvergleichlich ist indes ein Rubin-Kristall von 1.743 ct aus der Dat Taw-mine in Mogok. Leider befinden sich viele Ausnahmerubine in orientalischen Herrscherhäusern, wo sie bedauerlicherweise niemand mehr zu Gesicht bekommt.