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Tansanit im Steinhalter

Tansanit

Der Edelstein des 20. Jahrhunderts

Im Jahr 1967 wurde der Tansanit von dem Portugiesen Manuel d’Souza im ostafrikanischen Tansania entdeckt. Als d‘Souza auf der Suche nach Saphiren mit Unterstützung Einheimischer tief ins nordafrikanische Buschland vordrang, fand er violette Mineralien, die er zunächst für Saphire hielt, die sich jedoch bei näherer Untersuchung als eine Variante des Minerals Zoisit entpuppten. Zoisit war zu dieser Zeit bereits mehr als 100 Jahre bekannt, kam jedoch bislang ausschließlich in grüner Färbung vor. D’Souza’s Funde hingegen wiesen alle Abstufungen der blauen Farbskala auf, bis hin zu einem hellen Fliederton.

Als Tiffany’s dem Tansanit 1968 seinen Namen verlieh und ihn bei der Markteinführung als »den schönsten blauen Edelstein« bezeichnete, »der seit 2.000 Jahren gefunden wurde«, schnellten die Verkaufszahlen sofort rasant in die Höhe, und der Tansanit fand in kürzester Zeit seinen Weg in die Herzen der Frauen. Ein neuer Star war geboren, der heute mit Fug und Recht als »der Edelstein des 20. Jahrhunderts« bezeichnet wird.

Je größer der Stein, desto intensiver das Blau.Zoom Je größer der Stein, desto intensiver das Blau.Foto: Digger's

Das kleine, blaue Wunder vom afrikanischen Kontinent

Der Tansanit ist eine blaue oder violette Variante des Minerals Zoisit. Tansanite sind 1.000 mal seltener als Diamanten und ausgesprochen wertvoll. Da die Erträge am Fundort in Tansania stark rückläufig sind und die wenigen Minen voraussichtlich bald vollständig austrocknen werden, erwarten Experten astronomische Wertsteigerungen für Tansanite.

Auch Tansanite mit Katzenaugeneffekt und mehrfarbige Tansanite in dunkelblau, grün-gelb und rot-violett kommen vor, sind jedoch sehr selten.

Eine Zertifizierung schützt vor Fälschungen aus blauem, durchgefärbten Glas.Zoom Eine Zertifizierung schützt vor Fälschungen aus blauem, durchgefärbten Glas.Foto: Digger's

Einschlüsse gelten bei Tansaniten als Mängel

Tansanite sind in der Regel augenrein. Solche mit deutlich sichtbaren Einschlüssen sind daher deutlich weniger Wert als Tansanite ohne Einschlüsse.

Der Tansanit ist einer der gesuchtesten Edelsteine.Zoom Der Tansanit ist einer der gesuchtesten Edelsteine.Foto: Katrina

Tansanitkristalle sind hervorragende Schmucksteine

Tansanite bestehen aus einem Calcium-Aluminium-Silikat. Mit einen Härtegrad von 6 ½ bis 7 weist der Tansanit auf der Mohns‘schen Skala nur eine mittlere Härte auf. Die Dichte des Edelsteins liegt bei 3,2 bis 3,5. Das Kristallsystem der Tansanite ist orthorhombisch, und sie sind vollkommen spaltbar.

Salopp gesagt bilden sich Tansanite in Mineralwasser.Zoom Salopp gesagt bilden sich Tansanite in Mineralwasser.Foto: Géry Parent

Perfektioniert von den Kräften der Natur

Tansanit entsteht unter hohem Druck und hoher Temperatur in hydrothermalen Lösungen von Gneisen, also in Wasseransammlungen innerhalb von Bruchrissen und Gesteinsverschiebungen, die mit Mineralien und Gasen angereichert sind.

Tansania verfügt über zahlreiche Bodenschätze, darunter Gold, Edelsteine, Diamanten u.v.m.Zoom Tansania verfügt über zahlreiche Bodenschätze, darunter Gold, Edelsteine, Diamanten u.v.m.Foto: Stock Exchange

Ein einziger, relevanter Fundort weltweit

Der ursprüngliche Fundort der Tansanite, die Merelani Hills, 100 km südöstlich von Arusha – Tansania, sind auch heute noch das einzige rentable Abbaugebiet von Tansaniten.

Zwar wurden auch in Pakistan Tansanit-Vorkommen gefunden, jedoch weisen diese nur eine geringe Farbigkeit auf, die sich auch nicht durch Brennen ins Blauviolette verwandeln lässt. 

Die Tansanitmine in Mererani, Tansania ist über 1 km tief.Zoom Die Tansanitmine in Mererani, Tansania ist über 1 km tief.Foto: Look West

Sensationen aus der Tiefe

Anfang des Jahres 2011 wurde in einer Mine im Simanjiroin-Distrikt in Tansania in 450 Meter Tiefe ein Tansanit mit 12.100 Karat (2,4 kg) entdeckt. Damit handelt es sich um den drittgrößten bislang gefundenen Tansanit. Er soll demnächst in viele kleine Tansanit-Steine zerteilt werden. Unzerteilt wird der Edelstein auf einen Wert von rund 20 Millionen Euro geschätzt.

Auf der GEMWorld Munich wurde im Jahr 2009 der bis dahin größte, am Stück befindliche Tansanit vorgestellt, den der Schleifer Paul Wild aus einem Rohstück von über einem Kilo kreierte. Solche Funde haben jedoch absoluten Seltenheitswert, denn Tansanite sind in der Regel nicht größer als 10 Karat.