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Tsavorit

Der Schatz aus dem Nationalpark Tsavo

Der Tsavorit wurde 1967 von dem schottischen Geologen Campbell Bridges entdeckt. Nach der spektakulären Entdeckung der Tansanite durch den Portugiesen Manuel d’Souza fühlte sich Bridges ermuntert, ebenfalls im weiteren Umkreis des Kilimandscharo nach Tansaniten zu suchen. Wider Erwarten stieß er jedoch nicht auf tiefblaue oder violette Tansanite, sondern auf Edelsteine von so leuchtend grüner Farbe, dass sie sogar das Leuchten der Smaragde übertrafen. Der Tsavorit war entdeckt.

Als Geologe wusste Campbell, dass edelsteinführende Gesteinsschichten nicht unbedingt auf einen kleinen Landstrich begrenzt sein müssen. Deshalb führte ihn seine Expedition in die Lelatema-Berge, in den Nordosten des Nachbarlandes Kenia südlich des Kilimandscharo. Die ersten Grossulare die er dort fand, bizarre Knollen aus aufgefalteten Gesteinsschichten, enthielten in ihrem Inneren wunderschöne, grünschillernde Kristalle. Die nähere Untersuchung ergab, dass es sich beim Tsavorit um einen Edelstein aus der Familie der Granate handelte.

Wie auch der Tansanit wurde der Tsavorit 1974 von Tiffany’s vermarktet und nach dem kenianischen Nationalpark Tsavo benannt.

Heute gilt der Tsavorit, oft auch »Tsavolith« genannt, bereits als einer der schönsten und teuersten Edelsteine der Erde. Obwohl rund um den Tsavo-Nationalpark bis 1973 fünf rentable Fundstellen für Tsavorite erschlossen wurden, werden die Minen bald erschöpft sein, was sich erheblich auf den Preis und die Wertsteigerung von Tsavoriten auswirken wird.

Ihre hohe Farbbrillanz macht Tsavoriten so beliebt.Zoom Ihre hohe Farbbrillanz macht Tsavoriten so beliebt.Foto: Rob Lavinsky, iRocks.com – CC-BY-SA-3.0

Most Wanted: Mittelgrün

Der Tsavorit stammt aus der Familie der Granate, die für ihr breites Farbspektrum bekannt sind. Mit seiner leuchtend grünen Farbe übertrifft der Tsavorit jedoch die Leuchtkraft anderer Edelsteine bei weitem.

Die Farbpalette des Tsavorit reicht von einem hellen Frühlingsgrün über ein tiefes Dunkelgrün bis hin zu einem Grünblau, wobei das mittlere Grün als beste und teuerste Qualität gilt.

Unklare Tsavoriten wie dieser aus Mali sind nur mineralogisch interessant.Zoom Unklare Tsavoriten wie dieser aus Mali sind nur mineralogisch interessant.Foto: Rai'ke

Einschlüsse unerwünscht

Einschlüsse kommen bei Tsavoriten eher selten vor, falls doch, schmälern Sie den Wert des Edelsteins erheblich.

Ist dieser Tsavorit einmal geschliffen, wird er noch intensiver glänzen.Zoom Ist dieser Tsavorit einmal geschliffen, wird er noch intensiver glänzen.Foto: Rob Lavinsky, iRocks.com – CC-BY-SA-3.0

Grüne Glanzstücke

Mit einer Mohshärte von 7 bis 7½ und einer Dichte zwischen 3,55 und 3,64 weist der Tsavorit durchschnittliche Werte auf. Seine Lichtbrechung ist mit 1,73 bis 1,76 jedoch hervorragend, er wirkt transparent und glänzt ähnlich stark wie Glas.

Der Tsavorit lässt sich nicht besonders gut spalten, was auch durch seinen muschelartigen Bruch bedingt ist.

Tsavorite gehören zur Familie der Granate.Zoom Tsavorite gehören zur Familie der Granate.Foto: Géry Parent

Tsavorite sind Kalktongranate

Der Tsavorit gehört zur Familie der Kalktongranate. Granate wie der Tsavorit kristallisieren, ähnlich wie Diamanten, als sogenannte Rhomben-Dodekaeder. Tsavoriten werden aus Silikaten gebildet, wobei die grüne Farbe chemisch betrachtet durch Anteile an Vanadium und Aluminium zustande kommt.

Man findet den Tsavorit in metamorphen Gneis oder Glimmerschiefer, in magmatischen Gesteinsschichten und als Mineralseifen in den Sedimenten von Flüssen.

Das Farbenspiel im Nationalpark Tsavo ist beinahe unwirklich schön: ober- wie unterirdisch.Zoom Das Farbenspiel im Nationalpark Tsavo ist beinahe unwirklich schön: ober- wie unterirdisch.Foto: Marc Oh

Die einzigen Minen sind nahezu ausgeschöpft

Die meisten Tsavorit-Vorkommen liegen in Kenia, unweit des ersten Fundortes im Tsavo-Nationalpark. Nur fünf rentable Fundstellen wurden seit 1973 entdeckt, und manche Minen sind bereits geschlossen, während einige der übrigen nur noch mäßige Erträge bringen und als nahezu ausgeschöpft gelten. Tsavorite werden auch in Tansania in den Lelatema Hills gefunden.

Die wenigen Tsavorit-Minen rund um den Kilimandscharo sind nahezu ausgeschöpft.Zoom Die wenigen Tsavorit-Minen rund um den Kilimandscharo sind nahezu ausgeschöpft.Foto: Stock Exchange

Preistendenz steigend

In der Regel sind Tsavorite nicht besonders groß und daher bereits ab einem Karatgewicht von zwei Karat sehr wertvoll. Nur sehr selten werden größere Steine von mehr als fünf Karat entdeckt. Das bislang größte gefundene Exemplar aus dem kenianischen Tsavo-Tal wog 32 Karat.

Wiegen die Steine unter zwei Karat, sind sie meist schon unter dem Preis vergleichbarer Smaragde erhältlich. Doch angesichts nachlassender Fördermengen zeichnet sich für den Tsavorit ein klar steigender Preistrend ab.